„BAUSTELLE“ 14.05 bis 10.07.2010„Ein Foto wird meistens angeschaut - selten schaut man in es hinein.“ (Ansel Adams)
Zu aber genau jenem “Blick hinein“ möchten die drei Künstler Sabrina Turner, Steffen Wolff und Janet Ruppert, in ihrer Ausstellung „crescendo lumière“ einladen. Mit ihrer „schwarzen Kiste“, wie der Fotoapparat auch liebevoll genannt wird, geht jeder der drei Ausstellenden nahezu diametral entgegengesetzt um. So dürfte dieser „Blick hinein“ ein durchaus spannender werden, und entsprechend leitet sich der Titel ab. Angelehnt an die Musik das „crescendo“, die Steigerung. „Lumiere“ vom alten Wort „Lichtmalerei“ stammend, wie man die Fotografie zu ihren Anfängen nannte.
Sabrina Turner, die in einer ganz bodenständigen Fotografenausbildung noch die analoge Fotografie erlernte, setzt sich mittlerweile mit der digitalen Bearbeitung auseinander, ohne dabei jedoch ihren „Alten Damen“, wie sie ihre analogen Kameras nennt, untreu zu werden. Dabei entsteht eine Mischung aus digital bearbeiteter Fotocollage, analogen unbearbeiteten Doppelbelichtungen und Dunkelkammerexperimenten. Sie erreicht damit Qualitäten, die einem Film-Still gleichen.
Janet Rupperts, Sujets sind sowohl die Architektur als auch Sport- und Nachtaufnahmen. Einige ihrer Arbeiten sind während des Projekts „4 Jahreszeiten“ im Mannheimer Stadtteil Jungbusch entstanden, wo sie sich vor allem durch Menschen in den Kontrasten ihres Umfeldes inspirieren ließ.
Die Werke von Steffen Wolf erinnern stark an den Stil der Fotografie der 70er Jahre, in denen die von Hand abgezogene Schwarz-Weiß-Fotografie eine ihrer Blüten hatte. Er verzichtet auf jegliche Hilfsmittel, um weder seiner Mobilität noch Spontanität einen Abbruch zu tun. Dabei bedient er sich hoch empfindlicher Filme und lichtstarker Objektive. Keines seiner Bilder wird anschließend nachbearbeitet und so bietet sich eine Konzentration und Authentizität, die zu sehen rar geworden ist.
Musik: „Spitfunk“
Einführung: Susanne Kirsch, Lehrbeauftragte für Philosophie, HfG Karlsruhe
Diese Künstler nahmen an der UND#5 teil:
Unsere Gäste waren:
Michael Hausser
Sadorost, www.sadorost.de
(Sabine Strauß, Dorothee Rosenbauer)
Chiriac Gilges spielte am 04. März, 19.00 Uhr: „Die Leiden des jungen Werther“.

„SOL ART’S KJUDIK“ oder einfach: „Der Sonne entsprungen“ war der Titel und der Tenor der Ausstellung figurativer Malerei der Künstler:
FRANK LUKAS
DIRK SCHIEBEL
JOST SCHNEIDER
Sie zeigten aktuelle Arbeiten deren Sujets sich zwischen den Realitäten, oft inspiriert durch Reisen und andere Transite, bewegen.
Vernissage war am Samstag, 20.02.2010, 19.00 Uhr.
Einführung: Ondine Dietz, Musik: Jost Schneider
Dirk Schiebel,
geboren am 6 April 1966 in Karlsruhe
seit dem 5 Lebensjahr auf Reisen.
Erwerb verschiedener Fertigkeiten ,unter anderem Studium der Malerei an der Myndlistaskolinn Reykjavik , Island. Seit 1992 beteiligt an vielen Projekten und zahlreichen Ausstellungen, lebt und arbeitet in der Karlsruher Südstadt.
In seinen aktuellen Arbeiten beschäftigt er sich damit , Reisen nach Kreta und Rumänien ein Gesicht, eine Form zu geben. „Ich möchte das Erlebte weiterspinnen, der Seele des Gewahrten auf die Spur kommen und somit mittels Leinwand ,Farbe und Pinsel Geschichten erzählen.“
Jost Schneider,
geboren 1965, Studium für Freie Malerei an der Kunstakademie Stuttgart, u.a. bei M.Baumgartl, P.-U. Dreyer
Seit 2000 zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen, u.a. Teilnahme an „Kunst an der Plakatwand“ (2003 / 2007), Ferenbalm Gurbrü Station Karlsruhe, Galerie Margit Haupt Karlsruhe.
Frank Lukas,
geboren 1963 in Kaiserslautern. Studium der Kunst in Stuttgart. Arbeiten mit Acryl auf Leinwand und Collage. Kleinformatige Zeichnungen und Text. Projekt "Singles in Berlin". Ausstellungstätigkeit im In- und Ausland. Atelier in Ludwigsburg und Stuttgart.



Lena Imbery nimmt in ihrer künstlerischen Arbeit oftmals städtische Räume wie Paris, Berlin und derzeit Karlsruhe ins Visier. Urbanität, Geschwindigkeit einerseits - aber auch Natur und Stille werden in farbenfrohen Bildern eingefangen. Die dabei entstehenden Arbeiten sind sowohl figurativ, als auch abstrakt lesbar. Die Vielschichtigkeit der Ebenen und Flächen, die sich ineinander verschachteln und verschränken, schafft eine ganz eigene Bildwelt, die eine Idee von Tiefe zu erzeugen vermag, sich aber schon im nächsten Moment als nicht wirklich gegeben erweist.
Manchmal vergehen die Tage langsam, man genießt die Stille - und im nächsten Moment geht es wieder ganz geschwind. - Von allem bleibt stets eine kleine Erinnerung, Farbflächen und ganz viel Licht.
Christine Geesing sagt zu ihrer Art künstlerisch zu arbeiten:" Es handelt sich um Spielen, um Ausloten der Qualitäten des Materials und seiner Grenzen, um Experimente mit der Wirkung von Farbe, um Versuchsandordnungen zwischen Linie und Fläche, um immer
wieder erneutes Staunen, um Überschreiten eigener Grenzen und Begrenzungen, um das ständige Annähern an das Fremde, um Lassen und Loslassen-Können, um
das Annehmen neuer Sichtweisen." Durch die konkrete Ausformulierung und dann wieder teilweise Übermalung mannigfacher Schichtungen, entstehen so Bildräume, die, obwohl völlig gegenstandslos, zur Begehung und Erforschung einladen und den Betrachter in den Entstehungsprozess, gleichsam einer langsamen und tastenden Wanderung durch die schon vollzogene Zeit, einladen.
Michael Haußer
Ein roter Faden durchzieht das Werk Haußers, das aktuell 800 Bilder und 900 Zeichnungen umfasst: Es ist das Moment der Bewegung. Die innere und äußere Annäherung ans Sujet ist dabei immer einzigartig und authentisch. Seine Bildthemen, die in größeren Serien münden, zeigen Malprozesse, die kunstgeschichtlich betrachtet, aus dem frühen Expressionismus, dem Informel, der konkreten Malerei aber auch dem Realismus schöpfen, transformiert und weiterentwickelt in die Gegenwart. Somit leistet er einen eigenständigen Beitrag zu jungen zeitgenössischen
Positionen. Ein besonderer Aspekt Haußers Malerei ist dabei die haptische Anwendung von Farbe, die er so verarbeitet, um einen nicht völlig steuer-
baren Prozess und damit immer wieder maximale Offenheit für jedes neue Bild zu evozieren. "Reiche" spür- und tastbare Bilder mit einem beachtlichen Farbraum und - körper entstehen auf diese Weise.
geb. 1970, 1995 - 2002 Staat!. Akad. d. Bild. Künste Karlsruhe, Diplom und Meisterschüler
Vernissage: Mittwoch 31. März 2010, 19.00 Uhr mit Musik von Hubert Krauth
Flash: Ulrike Tillmann
„BAUSTELLE“ 14.05 bis 10.07.2010Für dieses Projekt gab es eine ganze Bandbreit von Anlässen. KUNSTtransit schätzt sich glücklich, dass die teilnehmenden Künstler dies in diesem Sinne aufgenommen und umgesetzt haben und dankt mit der Herausgabe des Ausstellungskataloges "BAUSTELLE" (PDF 10 MB, Rohfassung) und in der gedruckten Version mit einer Auflage von 1000 Stück allen für ihr Engagement und ihre Beiträge.
Ein maßgeblicher Antrieb war sicherlich der schon lang bestehende Wunsch nach einem gemeinsamen künstlerischen Prozess, der symposienartigen Charakter hat. Vor dem Hintergrund, dass dazu noch ein großer Ladenraum zur Verfügung steht, von der Drogeriekette dm dankenswerter und großzügiger Weise seit über einem Jahr an KUNSTtransit für Ausstellungs- und Projektzwecke zur Zwischennutzung überlassen, lag es nahe, endlich diesem Wunsch nach zu kommen und im wahrsten Sinne des Wortes „Nägel mit Köpfen“ zu machen.
Ein weiterer Anlass war einer, dem auch ein Wermutstropfen inne ist, soll doch das Gebäude Herrenstraße 26 – 28 in Karlsruhe, in dem sich besagter Ladenraum befindet, bald abgerissen werden. Anlässlich der langen Geschichte des Hauses natürlich eine Situation, die Grund für sehr ambivalente Gefühle gibt. Genau der Stoff also, aus dem sich Kunst generiert.
Zudem zeigt sich die Stadt Karlsruhe seit dem Frühjahr 2010 als „eine“ große monumentale Baustelle. An vielen markanten Punkten der Stadt werden große Abrisse, Umbaumaßnahmen und Neubauten vorgenommen. Vor allem aber zeichnet der Bau einer U-Bahn durch die zentrale Einkaufsstraße, der heftige Auseinandersetzungen innerhalb der Bürgerschaft vorausgingen, das Stadtbild. Möglicherweise temporäre Störungen, dennoch prekär für den Augenblick, in Form von Umleitungen, Verkehrschaos, Ladensterben und Leerstände sind nicht mehr zu verleugnen. Auch mit diesem Aspekt war also eine Situation gegeben, die sowohl ästhetisch als auch inhaltlich genügend Grundlage für künstlerische Arbeit bietet.
Und dann existiert das Wort „Baustelle“ auch noch als eine Metapher für noch nicht gelöste Probleme, seien es persönliche, gesellschaftliche oder politische. Diese Melange also hatte KUNSTtransit im Blick, als die Gruppe über eine Ausschreibung die Teilnehmer des Projektes zusammenstellte. Natürlich hat dabei die Eigenart eines Symposiums schon per se etwas baustellenartiges: Ideen, Planungen, Beginn der Umsetzung, schrittweise Fertigstellung, technische Diskussionen, gemeinsames Anpacken, Spannung ob alles klappen wird und Vorfreude auf die Fertigstellung.
Diese Form des work-in-progress zum Thema BAUSTELLE wurde über den Zeitraum 14.05 – 26.6.2010 vollzogen und mündet in eine Ausstellung, deren Äußeres als auch die Inhaltlichkeit in ihrer Vielfalt bemerkenswert ist. Besonders aber ist dabei zu betonen, dass dieses Projekt in völliger Eigenregie und ohne Profit der beteiligten Künstler entstand. Aufgrund der zentral gelegenen Lage des Ladenraumes konnten wir uns einer enormen Publikumsfrequenz erfreuen. Grund genug also, um weitere ähnliche Projekte in dieser Art folgen zu lassen.